Dienstag, 21. Oktober 2008

Syrien – Grenzübertritt und Aleppo

Nachdem wir früh los kamen, von unserem letzten Standplatz am Meer, erreichten wir auch am frühen Vormittag die Grenze zu Syrien. A bisserl nervös waren wir ja schon. Ist dies doch unser erste „richtige“ Grenze. Hier kommt unser erstes Visa zum Einsatz und wir benötigen unser Carnet de Passage. Außerdem waren wir uns nicht ganz sicher, wie das mit unserem Dicken ablaufen wird, da die Syrier mit Dieselfahrzeugen etwas kompliziert sein sollen.
Die türkische Grenze war schnell überschritten und wir kamen an der syrischen an. Dort stellten wir unseren Dicken erst mal ab und wurden gleich von einem Touriguide empfangen. Wir hatten gelesen, dass diese ganz hilfreich seien, da sie einen durch das Gewirr von Bürokratie durch leiten würden...naja, eigentlich Geldmacherei und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Aber egal, mit seiner Hilfe kamen wir recht zügig voran. Erst mussten unsere Visa kontrolliert und gestempelt werden. Dann mussten wir zu einer Stelle, wo unser Carnet kontrolliert wurde, anschließend ging es an eine Stelle, wo Dollar in syrische Lira gewechselt wurden. Mit den Lira ging es an die nächste Stelle, wo die verschiedenen Gebühren, die wir zahlen mussten, getilgt wurden. 100$ Dieselsteuer für eine Woche, Einfuhrgebühr und Versicherung für den Dicken waren das. Insgesamt mussten wir 170$ für den Grenzübertritt zahlen. Die 90Euro für unsere Visa noch nicht mitgerechnet.
Hier wurde dann auch das Carnet ausgefüllt und gestempelt.
Dann konnten wir mit dem Dicken zum Zoll vorfahren. Der sah nur einmal schnell in die Wohnkabine und in das Führerhaus und wir durften passieren. Nachdem wir dann dem Touriguide ein stattliches Bakschisch von 10 Euro bezahlt hatten, mussten wir noch durch die Polizeikontrolle. Diese sahen noch mal alle Papiere an und kontrollierten, ob wir auch alle Stempel und Stationen vorweißen konnten und wollten noch mal in den Dicken sehen...erst dann, 1 ½ Stunden später, waren wir endlich in Syrien. Und das war noch schnell. Hatten gelesen, dass der Grenzübergang bis zu 8Stunden dauern kann. Wir warteten noch eine gute ¾ Stunde, bis die Schweizer auch durch waren und fuhren dann zusammen noch ca. 45km bis zu einem Campingplatz, der ca. 25km vor Aleppo liegt und zu den ganz wenigen hier im Land gehört.
Der Platz ist klein, sauber und die Besitzer sehr freundlich und sprechen sogar Deutsch. Somit waren sie uns dann auch eine Hilfe wegen unserem Kühlschrankproblem. Aber erst mal ruhten wir uns diesen Nachmittag aus. Wir waren sehr müde, hatten wir doch die Nacht zuvor nicht allzu viel geschlafen und den Grenzübertritt hinter uns gebracht. Es fing dann auch noch an zu regnen und so verbrachten wir ein paar Stunden in unseren Fahrzeugen und ruhten uns aus.
Am nächsten Morgen fuhr der Campingplatzbesitzer mit Anselm und unserem Kühlschrank zu einer Werkstatt. Leider konnten sie ihn dort nicht reparieren. Aber sie stellten fest, dass er es wohl zu heiß hatte und irgendetwas durchgebrannt war. Sie meinten, es sei wohl besser und günstiger, einen neuen zu organisieren.
Da wir heute sowieso vor hatten, uns die Stadt Aleppo anzusehen, konnten wir uns dort auch gleich nach einem neuen Kühlschrank umsehen.
Wir ließen die Autos stehen und fuhren mit einem Minibus die 25km in die Innenstadt...zu viert für genau 1,50 Euro. Da lässt man doch gerne sein Fahrzeug stehen und benützt die öffentlichen Verkehrsmittel...
Am Busbahnhof angekommen, stiegen wir aus und waren nun mitten im Orient. Alles roch anders...teilweise stank es auch. Neue Geräusche, andere Gerüche...wir brauchten erst mal einen Geldautomaten, um an syrische Lira zu kommen. Der war schnell gefunden und wir konnten uns auf den Weg zum weltbekannten Suq (= Markt ) von Alleppo machen. Der soll mit all seinen überdachten Gassen ca. 12 km lang und somit der längste überhaupt sein...faszinierend war er jedenfalls sehr...und da er nicht für Touristen her gerichtet ist, auch sehr authentisch. Man sah auch kaum Touristen. Ein Stand und Laden schloss sich am nächsten an. Man wusste gar nicht, wo man als erstes hinsehen sollte. Und zu sehen gab es viel. Da gab es Eisenwaren, Teekannen, Süßigkeiten aller Art, Gewürze in allen Farben, Formen und Gerüchen , Speisestände, Gemüse und Obst, Metzger, die halbe Schafe aufgehängt hatten und verkauften, Stoffe und Tücher, Kleider und Gewänder, Schuhe und sonstige Lederwaren, Schwämme, Seifen, Schmuck und Parfüm...und alles in allen Farben...habe ich die Gerüche schon erwähnt. Wir kamen aus dem staunen und gucken nicht mehr raus. Weil es aber soviel gab, waren wir vom Angebot etwas erschlagen und kauften nur zaghaft ein. Wollten wir auch erst mal ein Gefühl für die Preise und das Verhandeln bekommen.
Dann trennten wir uns erst mal für einige Stunden von den Schweizern, um uns auf die Suche nach einem Kühlschrank zu machen. Wir mussten auch gar nicht lange suchen, bis wir passende in der für uns benötigten Größe fanden. Sie kamen uns nur ein wenig teuer vor und so beschlossen wir, erst mal nicht zu kaufen und erst noch Rücksprache mit den hilfreichen Campingplatzbesitzern zu sprechen.
Wir trafen unsere Schweizer wieder uns sahen uns zusammen die Zitadelle (=Burg) von Aleppo an, die mitten in der Stadt auf einem Berg thront und von der wir einen herrlichen blick auf die Stadt und ihre Umgebung hatten.
Durch den Suq ging es wieder zurück zum Busbahnhof und mit dem Minibus wieder zum Campingplatz. Dort erfuhren wir, dass unsere Entscheidung, den Kühlschrank erst mal nicht zu kaufen, gut war. Wir hätten zuviel bezahlt und könnten den Preis um ein gutes drittel noch drücken. Nun wussten wir, dass es Kühlschränke in unserer Größe in Syrien gibt und hatten eine Ahnung vom Preis. Wir beschlossen, erst mal mit der Kühlbox von Rolf und Regina vorlieb zu nehmen und den Kauf auf Damascus zu verschieben.







Türkei – Ruinen von Olympos, göttlich schöner Strand, die Feuer von Chimaira, neue Mitreisende und Anglerglueck

Nachdem wir den Touristenort Ölüdeniz hinter uns ließen, stoppten wir noch kurz in Fethiye für einige Besorgungen und machten uns dann wieder auf den Weg immer weiter Richtung Südost. Es ging die, sehr kurvige, Küstenstrasse entlang und wir unterschätzten Mal wieder die Distanzen hier und fuhren statt angedachte120km 250km, bis zu dem kleinen Ort Olympos am Meer, wo wir kurz vor der völligen Dunkelheit ankamen. Eigentlich ist das hier gar kein richtiger Ort in dem Sinn, sondern eher eine größerer Ansammlung von Backpackerunterkünften im Holzhüttenstil. Kommt einem eher vor, wie ne bunte Hippiekommune. Hat aber echt was und ist auch von seinen Gästen her um einiges angenehmer, als der Ort Ölüdeniz mit seinen Pauschalurlaubern. Außerdem haben wir uns sagen lassen, ist seit ein paar Tagen auch nicht mehr soviel los sei hier und der Ort dadurch noch angenehmer ist...
Wir dachten, wir kommen mit dem Dicken wieder bis an den Strand runter. Da hatten wir uns leider getäuscht. Denn die Ruinen von Olympus liegen zwischen dem Strand und der Pensionssiedlung. Und da führt nur ein Fußweg hinab.
Bei der letzten Pension stoppten wir und fragten nach dem Weg. Der Besitzer sprach uns gleich auf gebrochenem Deutsch an und rief noch einen seiner Gäste, der sich als Münchner zu erkennen gab, hinzu. Wir könnten hier über Nacht stehen bleiben. Gar kein Problem. Und nach einer Weile meinte der Münchner, er würde uns aus der Münchner Tageszeitung, in der, vor ca. 3Wochen, ein kleiner Artikel über uns und unsere Reise erschien, kennen. Das war dann mal ziemlich krass, dass man uns, sogar soweit von daheim, erkennen würde...
Wir stellten den Dicken ab und gesellten uns zu dem Münchner Pärchen, mit dem wir dann noch einen netten, unterhaltsamen Abend verbrachten. Anselm war recht müde vom Befahren der kurvigen Küstenstrasse und ging bald zu Bett. Ich spazierte mit dem Münchner Pärchen noch zwischen den Ruinen hindurch an den Strand hinab. War das herrlich und spannend. Der Mond schien hell und so konnten wir den Weg recht gut erkennen.
Am nächsten Tag erkundeten wir ein wenig die Ruinen von Olympus. Hatten eigentlich nicht vorgehabt, noch mehr alte Gemäuer anzusehen...aber da wir schon mal hier waren und quasi durch diese, zum Strand, hindurch laufen mussten, konnten wir sie uns gerade auch ein wenig genauer ansehen. Und wahrlich, dass lohnte sich. Denn diese Ruinen waren viel wilder und irgendwie romantischer, als die, die wir vorher angesehen hatten. Lianen und Urwaldähnliches Gewächs wuchs zwischen, auf und um die Gemäuer, kleine, blättschernde Bachläufe suchten sich ihren Weg hindurch, die Sonne schien mit diffusen Licht durch die Blätter, die Vögel zwitschernden und man lief kaum anderen Menschen über den Weg... ein wunderschöner Platz.
Dieser wurde dann gleich noch mal übertrumpft, als wir den Strand und seine Bucht zu Gesicht (ich nun bei Tageslicht) bekamen...was soll man da sagen??? Das kann man durch Fotos und Worte nicht beschreiben...gigantisch, traumhaft, wunderschön...einfach selbst mal hinfahren..
Wir verweilten dort 1-2 Stunden und genossen das Meer und die Sonne, bevor wir uns zu Fuß zur nächsten Tagesattraktion auf machten...die Feuer von Chimaira waren ca. 6km entfernt...ein schöner Spaziergang, der gut tat.
Dort angekommen tat sich wieder eine spektakuläre Kulisse vor uns auf...aus einer felsigen Landschaft flammten ca. 15-20 kleinere und größere Feuer aus dem Boden...Gas, das dem Boden entweicht, entzündet sich hier schon seit Jahrhunderten selbst zu natürlichen Feuern...sehr faszinierend anzusehen und sehr einladend zum zündeln und rumalbern, gell Anselm ???!!! ;-) Außerdem hatte man wieder einen tollen Blick auf das Meer. Vor einigen hundert Jahren sollen die Feuer so groß gewesen sein, dass man sie vom Meer aus hat sehen können.
Auf dem Weg zurück trafen wir ein schweizer Pärchen, dass mit seinem Allrad-VW Bus unterwegs ist. Wir luden sie ein, doch später auch an die Stelle z kommen, wo wir mit unserem Dicken standen...
Und so kamen wir wieder an Mitreisende.
Rolf und Regina wollen auch bis Ägypten fahren. Die nächsten Tage wollen sie in dieser Gegend hier noch klettern gehen. Wir machten aus, uns noch vor der syrischen Grenze wieder zu treffen und dann ein Stück gemeinsam zu reisen.
Wir blieben noch einen weiteren Tag in Olympos. Gingen ein wenig in der Umgebung wandern, sahen uns noch mehr von den Ruinen an und genossen noch einmal den herrlich schönen Strand, das Meer und die Sonne.
Dann zog es uns wieder weiter.
Fuhren immer an der Küste entlang...sehr kurvig...sehr ausgesetzte Strasse...aber herrlichste Ausblicke...nur kommt man eben nicht besonders schnell voran. Abends fanden wir wieder ein Plätzchen direkt am Meer und am nächsten Tag ging es gleich weiter. Gegen Mittag wurde es dann so heiß und wir fanden ein solch schönen Platz, dass wir nicht mehr weiter wollten. Gaben den Schweizern unsere Standort-Koordinaten durch und verbrachten den restlichen Tag, das erste Mal, mit Schnorcheln...und später mit Angeln. Anselm hatte uns Angelschnur und Hacken, die man hier fertig auf der Rolle kaufen kann, besorgt. Nun versuchten wir unser Glück.
Und tatsächlich, nach einer Weile bissen sie an. Zogen insgesamt vier kleinere Exemplare aus dem Meer. Da wir diese Fische vom Ausflugsboot schon kannten und genau beim Ausnehmen zugesehen hatten, bekamen wir dies auch recht gut hin und bereiteten ein köstliches Abendmahl für uns und die Schweizer, die es, schon bei Dunkelheit, gut geschafft hatten, uns zu finden. GPS und Handy sei Dank, den wir hatten uns schon ein recht einsames und verstecktes Plätzchen am Meer herausgesucht. Verbrachten einen herrlichen Abend am Meer im fast Vollmondlicht und angenehm warmen Temperaturen...
Am nächsten Tag bummelten wir erst mal...Frühstückten gemütlich und legten noch einmal eine Schnorchelrunde ein. Gegen Mittag machten wir uns dann auf den Weg in Richtung syrischer Grenze, wo wir am nächsten Tag einreisen wollten.
Hatten noch einige Kilometer vor uns und die Gegend wurde immer bewohnter und städtischer. Nachdem wir uns durch die ersten Ortschaften und ihr Verkehrschaos hindurch gearbeitet hatten, entschieden wir uns doch für die Gebührenpflichtige Autobahn, die wesentlich weniger befahren und auf der es nicht ganz so chaotisch zuging. Dort kamen wir dann zügiger voran. Heute war es sehr sehr heiß und erst mal drückend schwül. Zudem fing dann gegen Nachmittag noch ein heißer Wind an zu blasen, der gegen Abend immer schlimmer und trockener wurde...es wurde dunkel und noch wärmer. Völlig verrückt. Und heute war zudem noch Vollmond...der ging ganz gelb und riesig vor uns auf. Der Wind wurde noch kräftiger und als wir dann noch an den Berghängen ein größeren Waldbrand entdeckten, bekam die ganze Situation etwas unheimliches und die Luft wurde beißend vor Rauch und Staub. Wir beschlossen, uns lieber wieder ein Plätzchen am Meer zu suchen. Aber auch dort wurde es nicht kühler. Wir hatten bereits 20:00 und noch über 35Grad und nur noch 27% Luftfeuchtigkeit...mit schlafen ging diese Nacht nicht viel. Erst mal kühlte es überhaupt nicht ab und zweitens rüttelte der heftige Wind die ganze Nacht am Dicken...wir waren froh, als uns der Wecker am nächsten Tag früh weckte... (Irgendwann konnten wir dann doch noch ein wenig schlafen)...und wir uns fertig zum weiter fahren machen konnten...es hatte morgens noch immer 28Grad...um sechs.
Heute Nacht verließ und dann auch unser Kühlschrank...dem wurde es wohl auch zu heiß...jedenfalls kühlt er nicht mehr und wir wissen noch nicht warum. Jetzt steht erst mal die Syrische Grenze bevor.

























Mittwoch, 8. Oktober 2008

Türkei – Moorbad und sonniger Tag auf dem Boot bei Ölüdeniz

Weiter ging es immer gen Süden...und jetzt ist es endlich wirklich warm. Auch abends noch und das Meer ist auch noch sehr angenehm zum Baden.
Fuhren von Selcuk bis Ölüdeniz ca. 350km und da wir morgens richtig früh los gekommen sind, legten wir Mittags noch einen Stopp bei den natürlichen Mineral und Moorbädern von Köycegiz ein...war herrlich, sich in den 40Grad heißen Quellen zu aalen, sich dann im See abzukühlen und anschließend noch ein Moorbad zu nehmen. Die Anlage war klein, wenig Touristen dort und sehr angenehm.
Anschließend ging es noch ca. 120km weiter bis Ölüdeniz, das wirklich herrlich liegt. Im Rücken hat man die bis zu 1900 Meter hohen Berge und vor einem das türkisfarbene Meer und den weißen Sandstrand. Bis vor wenigen Jahren war das hier ein absoluter Geheimtipp und auf jeder Reise eines individuell Türkeireisenden
Pflichtprogramm...bis diesen Platz die Pauschaltouristen entdeckten... Vor allem die Engländer, unsere Lieblinge, lieben diesen Platz hier. Aber zum Glück ist die Saison kurz vor ihrem Ende und dadurch ist der Ort mit seinen Hotels und Gästen gut zu haben. Sind auf einem kleinen, freakigen Campingplatz ein wenig außerhalb vom Ort und es sind kaum weitere Gäste hier.
Den gestrigen Tag verbrachten wir wieder mit diversen Arbeiten...ich kümmerte mich wieder um die Wäsche. Hier haben die keine Maschine, können einem aber ein Waschservice anbieten. Und nachdem der bezahlbar war, nahmen wir diesen doch sogleich in Anspruch. So leicht kann Wäsche waschen sein...naja, dass wird wohl eher die Ausnahme bleiben. Abends bekamen wir sie wieder ....trocken....zurück. Herrlich!!!
Währenddessen putzte ich den Dicken von Innen gründlich. Strand hat immer den großen Nachteil, dass sich innerhalb kürzester Zeit der Sand überall befindet. Anselm säuberte und kontrollierte die Ölbadluftfilter und besserte diverse Kleinigkeiten aus am Dicken...der hat uns jetzt schon fast 4000km weit gebracht ohne Mucken...hat ein wenig Aufmerksamkeit und Pflege verdient...aber dann war es wieder Zeit für den Strand, der nur wenige Meter vom Platz hier weg ist...und hier ist es auch das erste Mal so warm, dass man Baden und sich sonnen will. Wir genossen es. Abends machten wir noch einen Abstecher in den Ort...aber außer teuren Restaurants und Souvinierläden, hat der nicht mehr zu bieten.
Und jetzt kommen die Bilder, die euch bestimmt schon neidisch gemacht haben...würde mir, an eurer Stelle, auch so gehen. ;-)
Heute verbrachten wir einen wirklich traumhaften Tag auf einem Ausflugsboot...ja, volles Touriprogramm...aber wirklich schön und leider verfügen wir nicht über ein eigenes Boot.
Das Boot war für min. 50 Leute und mehr gedacht. Aber nur 10 Gäste waren an Bord und so hatten wir auf dem Sonnendeck jede Menge Platz. Erst mal hatten wir einen ziemlichen Wellengang und Anselm wurde ganz bleich im Gesicht. Der wurde fast Seekrank. Aber das mit den Wellen wurde dann wieder besser und auch Anselm erholte sich schnell wieder und konnte den Tag genießen. Das Boot fuhr verschiedene Buchten an. Dort konnte man an Land gehen, spazieren, schwimmen und schnorcheln. Man zeigte uns, wie man mit Angelschnur und Hacken fischen konnte und wir verbrachten eine ganze Zeit lang mit Angeln...war gar nicht so einfach. Ich holte zwei raus und Anselm hatte, trotz vieler Versuche, nur einmal Glück.
Das Ausnehmen übernahmen dann doch wieder die Leute vom Boot. Aber wir sahen interessiert dabei zu und haben uns vorgenommen, uns auch Angelschnur und Hacken zu besorgen...wer weiß, dass ein oder andere Mal können wir uns so vielleicht das Abendessen selber fischen??? ;-) Wir sind ja nicht mehr in Deutschland, wo man dafür einen Schein und für jeden See und Fluss eine Genehmigung braucht, wenn man fischen will.
Nachmittag briet uns der Schiffskoch die Fische mit Knoblauch...super lecker!!!
Haben heute eine richtig dicke Dosis Sonne auf dem Meer abbekommen und sind so für die letzten ca. 700km Türkei bis zur syrischen Grenze gestärkt. Wollen dort bis ca. Sonntag sein und haben so zwei-drei längere Fahrtage vor uns.













Türkei – Selcuk, kilometerlanger Sandstrand und die Ruinen von Ephesos

Sind wieder 250 Kilometer weiter in den Süden gefahren. Laut Johnny, soll es dort absolut sehenswerte Überreste einer griechisch-römischen alten Stadt geben. Wir fuhren von der Hauptrasse runter und immer in Richtung Meer. Wollten wieder einen for free Platz finden...und hey, der kam so plötzlich, dass wir nach einer leichten Kurve, mit fast siebzig, Sachen von der plötzlich endenden asphaltierten Strasse in den Sand des Strandes, der sich vor uns auftat, gerauscht währen. Hielten dann noch rechtzeitig an und hatten einen super Blick, auf einen kilometerlangen Sandstrand. Nur zwei kleine Imbisse, ein paar Sonnenschirme und wenig Leute gab es dort. Stiegen aus und wurden gleich von einem der Imbissbesitzer angesprochen. Sein Freund konnte gut Deutsch und so erfuhren wir, dass hier immer wieder Leute for free stehen...wir sollten nur ein wenig bei ihm essen und trinken und könnten dafür seine Freiluft Toiletten und Dusche benutzen. Das war mal ein Angebot, dass wir nicht ausschlagen konnten. Hatten dann noch einen netten Abend mit Roma, dem Imbissbesitzer und vielen, wunderschönen halbwilden Hunden, die sich hier am Strand tummeln. Bevor es dunkel wurde, flickten wir noch das Hinterrad von meinem Klapprad und gingen dann auch recht bald schlafen.
Am nächsten Tag ging an dem ungeschützten Strand ein ziemlich knackiger Wind, der den Morgen etwas ungemütlich machte. Eigentlich wollten wir früh mit den Rädern los zu den Ruinen. Aber das Wetter machte uns wenig Lust darauf...Bummelten ein wenig vor uns hin und beschlossen dann, einfach mal mit dem Dicken in Richtung der Ruinen zu fahren und mal zu gucken, was so gehen könnte heute. Weiter im Landesinnern, war der Wind dann auch nur noch halb so wild. Wir fanden dann auch bald den Eingang der Ruinen und nachdem wir uns durch einen riesigen Pulk von englischen und japanischen Touristen gekämpft hatten, wichen wir sogleich vom Hauptweg ab und schlenderten über kleinere Pfade mitten durch die Ruinen. Leider durfte man hier nicht mehr überall hin. Teilweise waren einzelne Abschnitte für Besucher gesperrt. Trotzdem war es herrlich. Teile der Stadt sind noch sehr gut erhalten und man bekam eine gute Vorstellung davon, wie hier wohl das Leben vor tausend und mehr Jahren gewesen sein könnte. Besonders beeindruckend war das riesige Theater, in dem bereits damals schon bis zu 25.000 Menschen Platz fanden. Auch von so manch anderem Gebäude war noch viel erhalten. So amüsierten wir uns köstlich, in der öffentlichen Latrine, wo man sein Geschäft auf Marmorplatten verrichten und sich währenddessen mit bis zu 30 Leuten unterhalten konnte...damals natürlich. Wir hatten auch riesiges Glück mit dem Wetter...keine 5Minuten, nachdem wir wieder am Dicken ankamen, fing es heftig an zu regnen...die armen Engländer und Japaner, die noch in der Anlage waren ;-)
Am Strand dagegen, war das Wetter wieder schön und wir konnten einen wundervollen Sonnenuntergang genießen.