Freitag, 2. Dezember 2016

Spanien - Tarifa Überfahrt nach Marokko

Auch Tarifa wäre ein Besuch wert gewesen. Wir hoffen sehr, wir haben Gelegenheit dazu bei der Rückreise.
Wir besorgen uns Tickets von FRS und sind schon eine gute 1/2 Stunde später auf der Fähre.
Alles geht schnell und völlig unkompliziert. Das Wetter ist heute deutlich besser als die Tage zuvor. Es regnet und stürmt nicht mehr und die Sonne kommt sogar immer wieder zwischen den Wolken hervor. Perfekt für die Überfahrt.
Die Fähre hat erstaunlich wenig Passagiere und so müßen wir für unseren marokkanischen Einreisestempel auf dem Schiff nicht lange anstehen.
Der arme Anselm wird schon weiß im Gesicht, als wir den Hafen verlassen und der Katamaran Vollgas gibt. Leider leidet Anselm immer sehr unter der Seekrankheit. Auch daher haben wir uns für die kürzeste und schnellste Überfahrt von Tarifa aus entschieden. Der Katamaran braucht nur 35min. über die Strasse von Gibraltar nach Tanger hinüber.
Jim, Maya und ich genießen die Überfahrt. Wir stehen immer wieder draußen an der Reeling und lassen und die Gischt in´s Gesicht spritzen. Wir hatten gehofft, vielleicht Delphine oder Wale sehen zu können. Von denen soll es hier viele geben. Heute hatten wir leider kein Glück. Dafür sehen wir einige riesige Schiffe, die hier durch die Meerenge fahren. Zwischen drinn schaukelt der Katamaran dann doch sehr und wir sind froh, dass wir noch einen zusätzlichen Tag gewartet hatten mit der Überfahrt. Bei Regen und Sturm ist das sicher nicht lustig.












Und dann waren wir auch schon da und am Grenzposten.
Da nur wenig weitere Fahrzeuge an Bord sind, können wir auch die Einreiseformalitäten für unseren Laster in wieder erstaunlich kurzer Zeit tätigen. Die Zollbeamten schauen nur einmal schnell in den Laster, sehen Oskar und die Kinder und wollen nicht mehr wissen. Sie sind völlig begeistert von Maya, die mit Anselm aussteigt und als einer sie dann hoch nimmt und mit ihr einige zügige Schritte weg läuft, werde ich dann doch etwas nervös.
Und schwups sind wir in MAROKKO....
Wir nutzen einen Geldautomaten gleich nach dem Grenzübergang, um uns gleich mit genug Dirhams einzudecken und lassen uns von unserem Navi durch die Stadt zu einem Einkaufszentrum lotsen.

Spanien - Südliche Atlantikküste

Es hört leider nicht auf zu regnen und das Wetter wird eher noch minder wie besser.
Wir verbringen einen Tag auf dem sehr verlassenen und leider weniger gut ausgestatteten Campingplatz, machen einen Regenspaziergang durch einen Pinienwald und sehen Vejer de la Frontera oben auf seinem Felsen sitzen.







Leider sehen die weiteren Wetteraussichten für diese Gegend auch nicht besser aus und so entscheiden wir uns noch einen besseren Campingplatz in der Nähe anzufahren, auf diesem wir vor allem Waschmaschine UND Trockner benutzen können und fahren weiter gen Süden Richtung Tarifa.
Mit etwas Wehmut, da ich mich besonders auf diese Ecke Andalusien gefreut hatte und mir sehr gerne Orte wie Vejer genauer angesehen wollte. Aber bei dem Regenwetter hat das wenig Sinn uns so verschieben wir das auf unsere Rückreise.
Eigendlich hatten wir vor, direkt nach Tarifa zu fahren. Aber ca. 11km vor Tarifa sahen wir am Playa de Valdevaqueros einige Reisemobile stehen und beschlossen dort hin zu fahren. Der Platz stellte sich als perfekt für die Nacht heraus und als das Wetter am nächsten Tage etwas besser war, blieben wir noch einen Tag stehen, damit die Kinder ein wenig Auslauf hatten und zudem sollte es tags darauf noch etwas besser werden und daher perfekt für die Überfahrt nach Marokko mit der Fähre. Wir genossen noch ein paar Stunden ohne Regen, machten einen herrlichen Strandspaziergang und als die Sonne raus kam, hatten wir  spektakuläre Aussblicke auf den Strand, das Meer (Strasse von Gibraltar) und die Berge in Afrika drüben.














 

Donnerstag, 24. November 2016

Spanien – El Torcal und Ronda


Es ging heute noch wieder ein gutes Stück hinauf in die Berge...etwa 50km und 1200Höhenmeter bis in den Naturpark El Torcal. Dort gibt es ein kleines Besucherzentrum und einen schönen Parkplatz, der zum übernachten in herrlicher Natur geradezu einläd. Das letzte Stück dorthin ist wieder spektakulär ausgesetzt und wir haben Ausblicke bis hinunter zum Meer bei Malaga.
Jim genießt die geteerte und nur noch wenig beparkte Fläche zum Fahrradfahren und wir freuen uns sehr darüber, dass der Knoten bei ihm diesbezüglich endlich geplatzt ist und er Spaß daran hat, völlig selbstständig Fahrrad zu fahren. Wir müssen nur noch an seiner Verkehrstüchtigkeit arbeiten.
Ich bin dann noch mit Oskar ein Stück in den Park rein gelaufen und habe Ossi, weil uns kurz vor her zwei Ranger darauf aufmerksam machen, an der Leine.
Die Landschaft dort oben ist wieder der Hammer. Eine bizarre Felsenwelt. Eine riesige, vom Wasser aus altem Kalkstein geformte Naturschönheit. Ein Labyrinth aus Korridoren und Gängen führt zwischen Dolinen und Senken hindurch. Und da es schon recht spät und die Dämmerung schon fortgeschritten ist, kann ich nur ein Bruchteil dieses Geländes sehen und erahnen. Als ich dann noch einer ganzen Schar Steinböcken begegne, die so gar nicht scheu sind und mich und den nervösen Oskar auf wenige Meter ran lassen, freue ich mich schon riesig auf den morgigen Tag und unsere geplante Tour durch dieses tolle Gelände, dass so spannend ist, dass auch sicher Jim darüber das Laufen vergisst.









Und dann die bittere Enttäuschung am nächsten Morgen.
Das Wetter macht uns dermaßen einen Strich durch unsere Rechnung.
Es regnet. Aber es regnet nicht nur. Es schüttet aus Kübeln....das erste mal für uns seit Wochen. Und das viel größere Übel. Es ist so dermaßen nebelig, dass man nur wenige Meter weit sieht. Ich kenne solches Wetter aus den Allgäuer Bergen daheim. Und so ein Wetter verzieht sich in der Regel nicht in wenigen Stunden...meist nicht in Tagen. Vor allem, wenn der Wetterwechsel so plötzlich kommt.
Wir besuchen am Vormittag das Besucherzentrum mit kostenlosem Museum und machen und kundig, was das Wetter angeht. Es soll so bleiben. Mindestens 2-3 Tage. So lange können und wollen wir nicht ausharren unter diesen Umständen. Anselm und ich sind schwer enttäuscht, da wir so gerne mal wieder richtig ausgiebig hätten laufen wollen und wir beide großes Interesse an diesem Naturpark haben. Aber so ist es. Also weiter. Die ersten 10km nach unten fahren wir unter großem Stress quasi blind....ging es da nicht rechts von uns viele viele Meter senkrecht runter????








Endlich sind wir wieder raus aus dem Nebel. Nur der Regen lässt selten nach. Aber wir gönnen der Natur und den Menschen hier den so wichtigen Regen. Denn, wie wir erfahren, hat es hier schon seit Mitte Februar Anfang März nicht mehr geregnet.
Wir kommen heute noch bis Ronda, wo wir auf einen kostenfreien Stellplatz am Stadtrand einen guten beleuchteten Platz für die Nacht finden. Wir gehen mit Kindern und Hund noch ein wenig raus und dann ab in den Laster zum Pennen.
Wir hatten alle einen seeligen Schlaf bis etwa 1:30.....
Dann weckte mich ein nahes lautes Geräusch RUUUUUMMMMPPPPSSSS....
SCHEISSE...das war nicht nur das Geräusch, sondern die Tatsache, dass es UNS durch schüttelte...Anselm und ich waren sofort so was von wach...klein Maya leider auch.
FUCK....da hat uns ein Müllfahrzeug einfach mal unseren Fahrradständer weg gefahren.
Okay....mitten in der Nacht, dunkel, es regnet, Polizei, Kind schreit.....aber es war NUR der Fahrradständer...daher, alles erledigt, alles beruhigt und wieder schlafen gegangen.




Am nächsten Morgen kurz überlegt, wie wir jetzt vorgehen.
Sind dann bei der Polizei im Ort vorbei und haben schnell gemerkt, dass es eine längere Aktion werden würde, bis wir das Okay der gegnerischen Versicherung bekämen für eine Kostenübernahme der Reparatur des Fahrradständers. Zudem dieser ja eine Selbstanfertigung von Anselm war und kein gekauftes Standardmodel.
Wir haben keine Lust zu warten und machen uns selbst daran eine Lösung zu finden.
Wir fahren in das nahe Industriezentrum. Den Weg dorthin hat uns noch eine freundliche Polizistin erklärt, die sogar Deutsch konnte.

Dort sind wir direkt an eine Bosch Werkstatt gefahren, wo uns die Mitarbeiter bereitwillig halfen eine Lösung für unseren Fahrradständer zu finden. Sie bekamen heraus, dass wir bis Malaga zurück hätten fahren müssen, um zu einer Werkstatt zu kommen, die uns einen neuen Ständer aus Alu fertigen könnte. Ein netter älterer Engländer bekam unser Problem mit und meinte, er wisse einen sehr guten Schweißer in der Nähe, der uns einen neuen aus Stahl machen könnte. Da überlegten wir nicht lange und der Engländer nahm Anselm und den kaputten Ständer in seinem Auto mit und fuhr ihn zu dem Schweißer. Ich kochte und versorgte in der Zwischenzeit die Kinder. Eine knappe Stunde später war Anselm wieder da und konnte berichten, dass der Schweißer uns einen neuen Ständer bis morgen Vormittag fertig machen könne und das Ganze für nur 50Euro. SUPER.

Da dies nun so schnell in die Wege geleitet war, konnten wir uns nun einer angenehmeren Sache widmen. Wir fuhren in die Innenstadt von Ronda, parkten unseren Laster auf einem bewachten Parkplatz (wenn es so was gibt, zahlen wir gerne ein paar Euro und lassen den Laster dann mit einem guten Gefühl stehen) und gehen zu Fuß in die Stadt hinein. Ronda (ca. 30.000 Einwohner) mit seinen meist weißen Häusern, sitzt auf zwei Felsen und wird durch die tiefe Schlucht El Tajo, in der der kleine Rio Guadalevin fließt, dramatisch getrennt in die Alt – und Neustadt.
Drei Brücken verbinden die beiden Stadtteile und die bekannteste und am meisten abgelichtete ist die Puente Nuevo.
Weil die Stadt so hoch oben auf den Felsen sitzt, hat man fast rundum eine gigantische Sicht in die Tiefe und Weite.
Wir gehen auf einer Art Panoramaweg in die Stadt hinein und haben dann einen tollen Blick in die Schlucht, auf die jeweils andere Seite der Stadt und die tollen Brücken, die die beiden Stadtteile verbinden.
Die Kinder machen unseren Stadtbummel zwei gute Stunden super mit, da wir auch noch einen tollen Spielplatz finden. Doch dann wechselt die Stimmung und es fängt an zu regnen, so dass wir zum Laster zurück gehen und für die Nacht wieder auf dem selben Platz fahren, wie schon die Nacht zuvor.






















Ich gehe dann noch mit Oskar los und finde zufällig einen markierten Rundweg, der mich an den Grund der Felsenwände und des Tobels führt, mich zwingt barfuß durch den kleinen Fluss zu waten da ich auch nach längerem Suchen keine Brücke finden kann und dann mit gigantischer Sicht auf die beleuchtete Puente Nuevo wieder in die Stadt hoch führt. Am Schluss bin ich mal schnell und spontan 5Kilometer mit Ossi Gassi gegangen und habe noch richtig was sehen können dabei. Hier ist es jetzt auch sehr herbstlich. Einige Bäume sind schon kahl, andere richtig bunt gefärbt.












Die Stadt hat uns sehr beeindruckt (wie auch schon Rilke, der sich 1913 hier eine Weile aufgehalten hat) und wäre es mal wieder wert, genauer angesehen zu werden. Aber das Wetter lässt uns nun richtig im Stich uns seit 3 Tagen regnet es in Strömen und zudem ist es spürbar kühler geworden und die Temperaturen bewegen sich meist so um die 15°.
Wir ziehen es also vor weiter zu fahren. 
 
Aber vorher holen wir den fertigen Fahrradständer ab, der pünktlich fertig ist und perfekt passt. Wir bedanken uns sehr bei dem Engländer, der uns sogar noch mal zu dem Schweißer begleitet hat und bauen den Ständer an den Laster, der jetzt zwar aus Stahl und damit ein wenig schwerer als der alte ist. Da wir jetzt aber den Buggy für Maya nicht mehr auf dem Ständer sondern in der Klappe unterm Bett haben (die neuen Stühle und Tische nehmen weniger Platz als die alten ein....ein guter Vorteil), konnten wir den gleich ein ganzes Stück kürzer machen lassen.
Wir sind sehr zufrieden mit uns, dass wir dieses blöde Problem so schnell und doch recht stressfrei lösen konnten und mal wieder froh und dankbar, dass wir in solchen Momenten einfach meist den richtigen Menschen über den Weg laufen.
Wir lassen uns eine Quittung von dem Schweißer geben, da wir eventuell versuchen werden, dass Geld von der Versicherung des Unfallverursachers wieder zu bekommen. Aber andererseits besteht wahrscheinlich wenig Hoffnung, da wieder was von zu sehen und da es nicht teuer war, wissen wir nicht, ob wir uns überhaupt herum schlagen wollen mit der Versicherung.



Gegen Mittag sind wir startklar und machen uns auf den Weg nach Vejer de la Frontera.
Dabei führt uns unsere Route durch ungewohnt grüne Landschaften am Rande des Naturparks Sierra de Grazalema entlang und dann mitten durch den Naturpark Los Alcornocales. 
Dieser Park besteht aus einem riesigen Waldgebiet, in dem überwiegend wunderschöne, teils recht alte und große Korkeichen wachsen, die meist halb nackt dran stehen, da gerade oder vor kurzem Kork geerntet wurde. Dabei stehen die Bäume teils so nah am Straßenrand und ragen mit ihren Ästen weit über die sehr schlechten und sehr kurvigen Straßen hier, dass Anselm meist in der Mitte der Straße fahren muss. 
Ich finde es wunderschön. Anselm klagt über das anstrengende Fahren hier, da die Straße recht schmal, mit Schlaglöchern und Rissen gespickt und recht unübersichtlich sind, weil so kurvig und ausgesetzt. Mehr als einmal muss er bei plötzlichem Gegenverkehr heftig bremsen. 
Als dann Maya das erste Mal auf dieser Tour spucken muss, überlegen wir heute nicht mehr bis nach Vejer zu fahren. Maya ist schnell wieder fröhlich und die Straßen werden nach guten 80Kilometer wieder besser und verlaufen gerader. So packen wir die letzten Kilometer auch noch und kommen auf einem einfachen und wenig besuchten Campingplatz unterhalb von Vejer an.
Es regnet noch immer und soll auch eher so bleiben.
Wir werden uns Vejer noch ansehen, uns mit allem nötigen Versorgen und dann nach Marokko übersetzen.