Samstag, 16. September 2017

Bosnien - Herzegowina – unser Überraschungsland

Ursprünglich war geplant, über Kroatien weiter gen Süden zu fahren. Aber da der Juli und August die absoluten Hochsaison Monate für Kroatien sind und es dort dann mit unter sehr voll und recht teuer werden kann, gab uns das zu denken.
Als dann unsere Bekannten Moni und Chris sehr begeistert von Bosnien – Herzegowina erzählen und uns auch noch die ein oder andere Info dazu haben, beschließen wir spontan, Kroatien dieses Mal keinen Besuch ab zu statten, sondern uns in neue unbekannte Gefilde vor zu wagen...
Und Bosnien überrascht uns dann in vielfacher Hinsicht sehr positiv.
Wir begegnen offenen freundlichen Menschen und wunderschönen Landschaften und natürlich einer sehr bewegenden und aufreibenden Geschichte.

Dieses recht kleine Land gehörte zum ehemaligen Jugoslawien und hatte in den Jahren 1991-1995 sehr unter dem dortigen Krieg zu leiden. Noch heute, mehr als 20 Jahre später, kann man an vielen Stellen die Schäden erkennen. Zerschossene Hauswände, ganze Hausruinen, sehr viele Neubauruinen und oder Häuser, die zwar renoviert wurden aber dann z.B. das Geld fehlt, um die neu gemauerten Teile auch zu verputzen. Zudem kann man auch noch immer die Minenwarnschilder sehen, die die noch immer vorhandenen Landminen markieren. Alles in allem macht das Land einen recht ärmlichen Eindruck.

Es macht uns sehr nachdenklich, was wir sehen und wir beginnen darüber zu reden, was wir eigentlich von dem Krieg und dessen Auswirkungen und Vor – Nachgeschichte damals mitbekommen haben. Vor allem Anselm fängt intensiv an im Internet nach zu lesen und zu recherchieren. Wir sprechen auch mit Einheimischen, die uns zu vielen Fragen sehr offen antworten. Ich hatte mir schon kurz Sorgen gemacht, wie das mit den Minen ist, da wir ja auch sehr gerne offroad fahren, gerne wild stehen und mit Hund und Kindern unterwegs sind. Im Internet lesen wir, dass es jährlich noch immer um die 1110 Unfälle durch Minen dort gibt. Das ist viel und so bleiben wir hübsch auf ausgetretenen Wegen und verschieben alles weitere in die Richtung auf ein nächstes Mal, wenn wir darüber bessere und zuverlässige Informationen haben.

Wir fahren also zügig von Kranjska Gora nach Ljubljana, dann weiter nach Kroatien rein und an Karlovac vorbei bis kurz vor die bosnische Grenze, wo wir unweit der Straße einen Stellplatz für die Nacht finden.

An der Grenze zu Bosnien gibt es dann völlig unerwartet Probleme, da einer der Beamten richtig bemerkt, dass unser DEUTSCHER TÜV (wohl gemerkt, DEUTSCH) seid letztem Jahr November abgelaufen ist. Damit könne man uns nicht einreisen lassen. Wir erklären den Herren, dass wir bereits bald ein Jahr nicht mehr in Deutschland gewesen seien und daher auch keinen DEUTSCHEN TÜV für den LKW mehr haben können, da dieser nur Jahresweise ausgestellt wird. Bisher hat das niemanden interessiert. Man bleibt stur und will uns nicht einreisen lassen. Ich bin schnell genervt, denn es ist verdammt heiß im LKW, der die ganze Zeit in der prallen Sonne steht, suche bereits eine Strecke über Kroatien heraus und meine zu den Beamten, dass wir dann eben keine Ferien bei ihnen in Bosnien, sondern im Nachbarland Kroatien machen würden. Anselm erklärt die ganze Situation mehrfach und ich füge noch hinzu, dass Anselm ja Mechanikermeister sei und wir mit unseren beiden Kindern immer dafür Sorge tragen würden, dass der LKW absolut Verkehrssicher ist und der DEUTSCHE TÜV im Grunde nur etwas zu sagen hätte IN DEUSTCHLAND.
Irgendwann lassen sich die Beamten dann doch umstimmen und wir dürfen durch.
Puuuhhh...Glück gehabt. Wäre zu schade gewesen um Bosnien.



Wir fahren noch etwa 50km durch sanfte hügelige grüne Landschaft bis an den Fluss Una und das gleichnamige UNA Camp, das uns von Moni und Chris empfohlen wurde.
Ein schönes sauberes Camp, das von einem Bosnier geführt wird, der lange Zeit in Deutschland lebte. Die Una ist wunderbar zum baden und das kalte klare Wasser tut wunderbar gut, denn es ist diese Tage sehr heiß. Wir springen im Stundentakt hinein.
Hier treffen wir auch wieder Lukas mit seinem Landrover, den Neffen von Chris, der mit einem Freund (mit 4X4 VW Bus) unterwegs ist.


Wir machen aus, uns eventuell am Ramsko jezero (einem Stausee) wieder zu treffen.
Da wir nicht nur über die Hauptstraßen fahren, sondern auch Nebenstrecken nutzen, die sich als Pisten herausstellen, brauchen wir für die 220km recht lange und sind froh, als wir am frühen Abend am See ankommen und die Jungs tatsächlich gleich finden. Dafür lassen wir uns noch schnell von MapsMe irre führen und fahren über einen super engen und super steilen Betonweg den Berg hinab. Einen Gartenzaun nehmen wir die letzte Latte doch noch ab und zwischen den Zäunen und den Bäumen gehen wir aber gerade so hindurch. Eine ältere Dame sieht uns etwas entgeistert zu. Aber hier geht nur nach vorne, den rückwärts wäre das echt zu krass.



Unten am See die leider übliche Misere, wie an allen Stauseen bisher. Niedrigwasserstand und daher große Matschzone am Ufer und aus diesem Grund nichts zum baden. Schade.
Kinder und Tiere nutzen das weite Gelände zum springen nach dem langen Tag im Laster und wir genießen einen schönen Sonnenuntergang.
Auf dem Rückweg vom See weg, finden wir übrigens die schöne breite Teerstraße, die uns MapsMe gestern vorenthalten hat. So erlebt man immer wieder ungewollt kleine Extra Abenteuer.




Als nächstes Ziel haben wir uns wieder einen See, aber dieses mal einen natürlichen Bergsee auserkoren. Den Prokosko Jezero. Heute keine weite Strecke, doch die Route verläuft über einige Kilometer Piste, die sich teils recht eng und steil durch dichten grünen Bergwald hoch schlängelt. Was ein Glück haben wir kaum Gegenverkehr, denn der passt an uns nicht vorbei. Erst im oberen Abschnitt wird es wieder etwas weiter.




Dafür landen wir mitten im ziemlich heftigen Bergnebel, der kaum wenige Meter Sicht zulässt. Wir können in keinster Weise erahnen, wo es uns hier hin verschlagen hat, so dicht ist der Nebel.



Wir kommen in eine Art Feriendorf auf dem Berg, wo lauter Holzhütten stehen und auffällig viele arabisch sprechende Menschen und Burka tragende Frauen unterwegs sind. Als dann auch noch an mehreren Hütten, die als Restaurants dienen, die Speisekarte auf arabisch aushängt, wundern wir uns dann doch etwas. Sind wir wieder in Marokko oder was???

Wir stellen den Laster am Straßenrand ab erkunden erst mal zu Fuß die nahe Umgebung und finden so auch die Jungs mit ihren Fahrzeugen wieder. Parken den Laster im Nebel um und suchen eine der Restauranthütten auf, wo wir super leckeres typisch bosnisches Essen serviert bekommen und zwar in der hier viel benutzten Sutch. Die hat viel vom DutchOven. Auch im Feuer zu verwenden, eine Art Pfanne, die einen großen stählernen Deckel verpasst bekommt, der vorher in der heißen Glut lag und dann einen Ring oben auf bekommt, der die heiße Glut auf dem Deckel hält. In die Pfanne wurden Blätterteig Ringe gefüllt mit Ziegenkäse, Spinat und Hackfleisch eingelegt. Das Essen wurde vor unseren Augen frisch zubereitet und es dauerte auch eine ganze Weile. Aber da es so spannend war, bei der Zubereitung zu zu sehen, war es ein leichtes zu warten und es schmeckte dann so köstlich.



Zudem erfuhren wir, warum hier so viele arabisch stämmige Menschen unterwegs sind.
Es machen hier wohl eben sehr gerne Araber Urlaub, da sie für Bosnien leicht ein Visum bekommen und die sehr grüne Natur hier bewundern. Wir unterhielten uns z.B. mit einer jungen Familie aus dem Oman, wo es zur Zeit ca. 50° haben soll.
Die Einheimischen erzählen uns, dass die Araber den Platz hier als Paradies bezeichnen. Von dem Paradies können wir heute NICHTS sehen. Verschluckt vom Nebel und zudem ist es sau kalt. Aber die Stimmung in und an der Hütte hat uns gefallen. Wir ziehen uns in den Laster zurück und schmeißen die Standheizung an.

Am nächsten Morgen ist der Nebel wie weg gezaubert. Typisch für die Berge und für uns nichts ungewohntes. Die Landschaft und Vegetation erinnert uns sehr an daheim. Schön grün und idyllisch, keine Frage. Aber doch ein wenig zu abgegriffen durch die intensive touristische Nutzung.



Jim fischt mit dem Kescher aus dem winzigen Bergsee Minifische und Kaulquappen, die nach eingehender Besichtigung wieder zurück in das Wasser dürfen. Es kommt uns ein Pferd im Lager besuchen und Miam macht Jagd auf schwarz weiße Ziegen.




Wir verabschieden uns von den Jungs und machen uns auf den Weg gen Sarajevo.
Dort fahren wir das Rimski Most Camp an. Ein einfaches Camp, aber soweit alles da und halbwegs schön gelegen an einem Bach. Auch wenn uns die ungewohnt lauten Stadtgeräusche von Flughafen, Straße und Bahn ein wenig stören. Aber so ist das eben, wenn man Stadt erleben will.

Wir nehmen und ein Taxi und lassen uns in die Innenstadt fahren.

In der Altstadt angekommen, lassen wir uns absetzten und laufen hinein in die Gassen.
In Sarajevo muss es hunderte Moscheen geben, so viele Minarett sehen wir. Und dazwischen sicher genauso viele Kirchen. Spannend zu sehen, wie nahe Christen und Muslime zusammen leben können. Maya nutzt die Brunnen einer Moschee und kühlt sich die Füße am kalten Wasser.








Die Stadt macht einen sehr entspannten, sympathischen und gemütlichen Eindruck auf uns. Es ist heute wieder sehr heiß und so geben wir uns mit einem eher kleineren Spaziergang durch den Altstadtteil zufrieden, gehen essen, lassen die Kids auf einem Spielplatz spielen und später noch an dem bekannten Brunnen mit den tausenden Tauben.
















Es würde jede Menge interessante Museen, vor allem eben auch zum Kriegsgeschehen geben (Sarajevo war die am schlimmsten belagerte Stadt in diesem Krieg und sogar im ganzen 20.Jhr), die mich uns Anselm sehr interessiert hätten, aber mit den Kids heute nicht zu machen. Wir nehmen uns fest vor, die Stadt bald mal kinderfrei zu besuchen und noch genauer anzusehen.

Von Saravejo geht es zügig weiter gen Montenegro.


Wir sind sicher nicht das letzte mal in Bosnien gewesen und werden uns dieses Land das nächste Mal mit etwas mehr Zeit dafür und mehr Informationen darüber noch genauer ansehen.




Mittwoch, 6. September 2017

Slowenien – Soca Tal und Nadiza


We feel sLOVEnia....


Jetzt kommt ein kleines aber feines Land, das wir in den letzten Jahren bereits einige Male bereist haben und wir super gerne jedes Mal wieder kommen. Wir haben uns ein bisserl verliebt in Slowenien.
Ganz besonders hat es uns das wunderschöne Soca Tal angetan.

Mit einem Minischlenker durch italienische Gefilde, erreichen wir über den Predil Pass SLOWENIEN und sind damit sogleich im wichtigsten und einem der größten Nationalparks des Landes (und in einem der ältesten Europas), dem Triglavpark Park, der den gleichnamigen höchsten Berg Sloweniens mit 2864m einschließt.
Mit spektakulärem Blick auf die Gipfel der julischen Alpen, fahren wir über eine schmale kurvenreiche Straße den Berg hinab und erreichen so schnell das Soca Tal und unser erstes Ziel, den Ort Bovec.


Dort fahren wir, am Zusammenfluss der Soca und Koritinica, das Paddlercamp Toni an. Dieses liegt zwischen zwei weiteren Paddlercamps.
Es ist recht voll und trotzdem herrscht eine ruhige und entspannte Stimmung. Wir finden noch ein geeignetes Platzerl für unsere zwei Mobile und ein Zelt für Oma Ursula und richten uns ein.


Wir brauchen dringend Bewegung und so zeigen wir den Omas und dem Opa noch ein wenig von der wunderschönen Umgebung.
Vom Camp aus erreicht man über eine Hängebrücke die andere Flussseite und kommt somit auf einen schönen schmalen Fußweg, der oberhalb der Flussläufe und direkt am Zusammenfluss vorbei führt. Immer wieder hat man dabei herrliche Ausblicke auf das wunderschöne absolut durchsichtige türkisblau schimmernde Wasser der Koritinica und der Soca. Die Luft ist voll vom süßen zarten Duft hunderter blühender Alpenveilchen.
Wir nehmen ein wenig Holz mit aus dem Wald und nutzen die Gelegenheit, auf dem Campingplatz, in den dafür zahlreich vorgesehenen Feuerstellen, ein schönes Lagerfeuer zu machen.




Tags darauf laufen wir den Flussweg ein wenig weiter gen Norden (mit Kids ca. 3/4 Stunde zu laufen) und erreichen dadurch einen Platz, den wir schon von vorherigen Besuchen kennen. Ein paradiesisches Plätzchen, zwischen hellen Felsen und dem sau kalten absolut durchsichtigen und türkisblauen Wasser der Soca. Der kleine weiße Sandstrand erinnert mich an Strände, die wir in Ostafrika am indischen Ozean besuchen durften.
Tiefe Wassergumpen ermöglichen Sprünge von Felsen oder sogar von der Hängebrücke, die auf die andere Flussseite führt.
Hier hält man es eine ganze Weile gut aus.
Der Opa und der Jim vergnügen sich eine ganze Weile im Steinweitwurf. Es wird geplanscht, gesandelt und gebuddelt. 















Welch ein Glück zu sehen, dass die Slowenen sehr früh erkannt haben, welch wunderschöne Naturschätze die ihren sind und diese vorbildlich durch ausgewiesene und betreute Nationalparks und oder Naturparks zu schützen wissen.

Nur schwer trennen wir uns nach einigen Stunden von diesem zauberhaften Platz.
Wir haben jedoch noch die Forellen in der Kühlbox und wollen die heute dringend noch grillen. Also wieder fleißig Feuerholz gesammelt und ein schönes Feuer gemacht.
Alle helfen mit und so gibt es ein leckeres Forellen Feuer Menü, mit dem besten und leckersten Union Radler und einem etwas verspäteten Mama Geburtstags Nusszopfkuchen aus dem Dutchoven.








Oma Ursula verabschiedet sich am folgenden Tag wieder (schön, dass du da warst) und wir machen noch einen weiteren Ausflug über den Flußwanderweg zu schönen Badeplätzen.
Anselm montiert ganz problemlos die neuen Stoßdämpfer und so ist auch der Laster wieder fit.







Und dann wird es Zeit für den weiteren Termin beim Kinderzahnarzt mit Jim in Villach. Villach ist nur ca. 70km entfernt. Trotzdem ist die ganze Aktion Jim viel zu viel und am Schluss lässt er sich von der Zahnärztin nicht mehr behandeln. Wenn man es genau nimmt, hätten wir uns das auch denken können. Nun gut. Die Ärztin meint, wir sollen weiterhin gründlich Mundpflege mit Zahnseide und Mundwasser betätigen und uns dann daheim nochmal an einen guten Kinderzahnarzt wenden, der auch eventuell mit Lachgas arbeitet und lassen das Thema für´s erste gut sein.

Während Anselm mit Jim unterwegs war, habe ich mit Opa,Oma und Maya eine schöne Wanderung vom Camp aus gemacht. Wir sind eine schöne Runde auf der anderen Seite der Soca und dann wieder hinüber nach Bovec gelaufen. Die Orientierung ist hier nicht schwierig, da alle Wanderwege gut ausgeschildert sind.
Kurz bevor wir Bovec erreichen, kommen wir in ein richtiges Unwetter mit Blitz, Hagel und schwerem Regen.Wir können uns gerade so noch unter die große Markise eines Restaurant retten. Wir gehen im Ort lecker essen und laufen dann über schöne Wiesenwege zurück zum Camp.



Bei Bovec gibt es eine Seilbahn hinauf auf den Hausberg Kanin.
Bei unserem letzten Besuch 2014, war diese leider außer Betrieb und wurde wohl zwischenzeitlich gründlich überholt und nun wieder in Betrieb genommen.
Die Bahn führt von ca. 400m auf ca. 2200m hinauf, was wirklich beachtlich ist.
So wird man in vierer Kabinen schwups in hochalpines Gelände katapultiert.
Das Ganze für 17Euro hoch und runter (wenn man, wie wir, die Karten auf dem Campingplatz kauft, sogar nur 14Euro). Unschlagbar günstig.
Oben gibt es mehrere Möglichkeiten kleinere und größere Runden zu wandern. Allerdings sind alle Strecken eben sofort im hochalpinen und teils recht steilen und gerölligen Gelände, so dass wir heute, mit kleinen Kindern, nicht allzu weit kommen. Egal, denn allein der gigantische Weitblick von oben, der bis hinunter zur Adria und übers Mittelmeer reicht und hinüber zu weiteren hohen Berggipfeln, lohnt die Fahrt herauf. Das Wetter ist heute zudem unbeständig und dicke schwarze bedrohlich wirkende Wolken ziehen auf und von gestern wissen wir, das hier heftige Gewitter aufziehen können. Das wollen wir hier oben nicht erleben und machen uns schon nach ca.1 Stunde wieder auf den Weg nach unten.












Nun wechseln wir noch den Campingplatz und fahren auf das kleine aber feine Rut Camp bei Kobarid, das eine gute Alternative zu den zahlreichen, jetzt zur Hauptsaison meist überlaufenen und vollen, Camps direkt an der Soca ist.

Vorher machen wir noch einen schönen Spaziergang zu dem schönen Kozjak Wasserfall, der sich in eine Art Höhle ergießt und man diesen über schöne schmale Pfade, Stege und Brücken erreicht. Wir kannten den Platz schon von vorherigen Besuchen und finden ihn jedes Mal wieder schön.

Man startet dafür direkt nach der Napoleon Brücke, die an einer spektakulären Engstelle bei Kobarid über die Soca führt und läuft am Flusslauf der Soca ein Stück entlang gen Norden, bis der Weg rechts weiter führt zum Wasserfall.









Opa Mario und Oma Christine waren so lieb und haben unser gutes Raft mitgebracht, das wir heute für eine schöne Paddeltour auf der Soca nutzen. Dafür suchen wir uns ein weniger wilden Abschnitt heraus. Dieser startet unterhalb von der Napoleon Brücke bei Kobarid und geht etwa bis Tolmin. Vorher gibt es immer wieder Punkte, an denen man auch aussteigen kann.
Unsere Kids sind ausgestattet mit Schwimmwesten, kurzen dünnen Neoprenanzügen, Wasserschuhen und als Helme setzten wir ihnen ihre Fahrradhelme auf.
So ausgerüstet, sollte nichts passieren.
Zudem ist Anselm ein mindestens halbwegs guter Paddler/Steuermann, der während der ganzen Tour weiß, was er tut und das Boot unter Kontrolle hat. Nur einmal müssen wir aus dem Boot raus wegen zu niedrigem Wasserstand und meine Mutter und ich schaffen es anschließend nicht schnell genug zurück ins Boot und müssen dann ein ganzen Stück durch das wirklich sehr kalte Wasser über hohe Steine waten. Das sorgt für etwas angespannte Stimmung. Den Rest der Tour geht alles gut und Jim hat richtig Spaß an unserem Paddelausflug. Maya schläft schnell ein und verpennt den Großteil der Strecke einfach.
Das letzte Stück hat es noch mal etwas in sich mit einigen Verblockungen und ich bin froh, nicht steuern zu müssen und zu wissen, dass Anselm da souverän hindurch steuern kann. Nicht einmal ecken wir mit einem Felsen oder Baum an.
Als purer Anfänger wäre diese Strecke aber schon eine Herausforderung und mit Kindern, die nicht schwimmen, können lieber nicht zu befahren.





Dann verabschieden sich Oma Christine und Opa Mario wieder und machen sich mit ihrem Bedford auf den Heimweg. Schön das ihr da ward ihr Lieben.

Wir wollen es heute wagen, nach gut zwei Wochen ausschließlich auf Campingplätzen, unsere Reisekasse etwas zu schonen und in Slowenien wild stehen.
Dafür suchen wir uns einen schönen Platz an dem Flusslauf der Nadiza heraus und parken den Laster ganz hinten auf einem großen Holzplatz, der gerade verlassen aussieht. Wir nutzen das wunderbare warme Wasser der Nadzia und planschen zwei Tage in dieser. 


Am ersten Morgen bemerken wir ganz früh ein Polizeiauto und einen Polizisten, der einmal um das Fahrzeug läuft, uns aber sonst in Ruhe lässt. Abends denken wir uns, lieber parken wir heute Nacht wo anders, damit es keinen Ärger gibt und fahren einen Waldweg hinein. Morgens um 7:00 steht der selbe Polizist von gestern vorm Laster und heute klopft er an. Wild stehen in der Natur sei in Slowenien verboten. Auf Parkplätzen würden sie das für eine Nacht noch durchgehen lassen, nicht aber in der Natur. Er bleibt ganz freundlich aber bestimmt. Wir müssen 20Euro Mahngebühr bezahlen und bekommen den Hinweis, dass es bei einem weiteren Verstoß mit 160Euro richtig teuer werde.
Nun gut. Ein Versuch war es wert.
Aber für 22Euro fahren wir dann doch lieber auf den nächsten Campingplatz, nämlich das Camp Nadiza direkt am gleichnamigen Fluss, auf welchem wir morgen sowieso mit alten Bekannten verabredet sind.

Das Camp ist schön, aber echt voll und so ziehen wir auf dem Camp noch einmal um und haben dann einen halbwegs guten Platz nahe des Flusslaufes. Für uns ist es ungewohnt, so eingepfercht zwischen so vielen anderen Campern und Zelten zu stehen und wir machen hier auch wieder mit der europäischen Mentalität Bekanntschaft.
Unsere Nachbarn sind wenig begeistert von Hund und Katze. Der Hund ist an der Leine, aber die Katze anzuleinen, das brachte ich noch nicht so wirklich übers Herz und bisher war sie auch nie ein Problem. Ganz im Gegenteil. Wir können raus hören, dass sich unsere slowenischen Nachbarn wegen der Sauberkeit unserer Tiere Gedanken machen und sie sich wegen ihrer zwei kleinen Kinder sorgen. Ich gebe zu bedenken, dass auch wir zwei kleine Kinder dabei hätten und unsere Tiere NATÜRLICH geimpft und auch soweit behandelt seien, dass sie Ungeziefer frei sind. Als dann die etwa 4 jährige Tochter der Nachbarn, mehrfach unsere Maya belästigt und diese auf das deutliche NEIN von Maya nicht reagiert, beißt Maya sie kurzerhand in die Schulter. Nun sind wir völlig unten durch und die nachbarliche Stimmung ist, sagen wir mal, dezent gereizt und meine Entschuldigungsversuche fruchten nicht wirklich.
Zum Glück tauchen dann unsere Bekannten auf und wir haben mit Moni, Chris, ihren Kindern und weiteren Freunden von ihnen, einen wundervollen Nachmittags an der Nadiza.
Wir bauen eine Art Wasser Rutsche im Wasserlauf und düsen diese mit aufgepumpten Lastwagenschläuchen hinunter. Ein riesiger Spaß. Abends gibt es lecker Forelle vom Feuer und jeder steuert einen Salat dazu. Am Lagerfeuer ist es gemütlich und der Abend dauert angenehm länger.






Moni und Chris düsen mit ihren Leuten zügig weiter gen Bosnien, Albanien und Griechenland.

Weil Jim sich dann noch mit einem Jungen anfreundet, bleiben wir noch eine Nacht länger, damit er nochmal ein wenig mit ihm am Wasser spielen kann.

Dann halten wir die Enge des vollen Platzes nicht mehr aus, versorgen uns mit allem, verabschieden uns von einigen netten Bekanntschaften und machen auch uns auf den weiteren Weg.
Dieser führt uns durch das wunderschöne wilde Socatal über Trenta hinauf zum Vrisc Pass und vorbei an den schroffen und bezaubernd schönen Gipfeln der Julischen Alpen hinunter nach Kranjska Gora, wo wir lieber einen offiziellen Stellplatz für unsere letzte Nacht in Slowenien anfahren.